Aus der ACK Sachsen-Anhalt
13.
Februar
2026
Statement der Vorsitzenden der ACK in Deutschland und der ACK Sachsen-Anhalt
Zur Rolle der Kirchen im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt
Im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt findet sich ein Passus, der in ähnlicher Weise auch bundesweit und in anderen Bundesländern von der Partei immer wieder bekräftigt wird: auf der einen Seite die kirchensteuerfinanzierten Kirchen, die angeblich dem christlichen Glauben Schaden zufügen, und auf der anderen Seite die sogenannten „kleineren“ Kirchen, die ein authentisches Christentum leben würden. Mal davon abgesehen, dass die „kleineren“ Kirchen, übrigens viele mit migrantischen Hintergrund, hier pauschalisierend verallgemeinert werden, ihre Unterschiede nicht differenziert betrachtet werden und damit ihre große Pluralität nicht ernst genommen wird, stehen wir als Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) für die Förderung der Einheit der Christen in versöhnter Vielfalt. Wir lassen uns nicht instrumentalisieren oder gar auseinanderdividieren, das haben wir aus der schmerzvollen Geschichte gelernt. Die Mitgliedskirchen der ACK bezeugen den christlichen Glauben auf unterschiedliche Weise, aber in großer Einmütigkeit und mit einem wachen Auge für die gesellschaftlichen Entwicklungen. Als Vorsitzende der ACK in Deutschland und der ACK Sachsen-Anhalt sehen wir in solchen Aussagen ein Spaltungspotenzial, das uns mit großer Sorge erfüllt. Als Christen in einer pluralen Gesellschaft haben wir den Auftrag, zu einen und nicht zu spalten, Zusammengehörigkeit herzustellen und das Miteinander zu stärken. Wer versucht, Christen nach ihrer Organisationsform in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen, verkennt das Wesen der Ökumene. Unser Auftrag ist der Dienst am Nächsten – ohne Ansehen der Parteizugehörigkeit oder Kirchenstruktur. Dafür steht die ACK mit ihren Mitgliedskirchen.
Reverend Christopher Easthill Pfarrer i.R. Jürgen Dittrich
Vorsitzender der ACK in Deutschland Vorsitzender der ACK Sachsen-Anhalt
Gemeinsame Delegiertenversammlung der
ACK Sachsen-Anhalt mit der ACK Niedersachsen
Im Hanns-Lilje-Haus in Hannover fand vom 16. - 17. April die gemeinsame Delegiertenversammlung der ACK Sachsen-Anhalt und der ACK Niedersachsen statt. Sie Stand unter dem Thema "Kirche und Staat. Christsein und Demokratie".
Dabei wurde folgende gemeinsame Erklärung verabschiedet.
16./17.
April
2026

Vor den Wahlen: Christliche Kirchen betonen „Wir stehen zusammen“
Die Delegiertenversammlungen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Sachsen-Anhalt und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Niedersachsen trafen sich in Hannover zum Thema „Kirche und Staat – Christsein und Demokratie“. Das Treffen wurde von der Landtagspräsidentin Hanna Naber mit einem Impulsreferat eröffnet.
Mit Blick auf die kirchenpolitischen Positionen der AfD und die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bekräftigten die knapp 40 Delegierten beider regionaler Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen: „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren! Als Christinnen und Christen in einer pluralen Gesellschaft haben wir den Auftrag zu einen. Zum Wesen der Ökumene gehört es, Zusammengehörigkeit herzustellen und das solidarische Miteinander zu stärken.“
Bereits Anfang des Jahres hatten Vertreterinnen und Vertreter sämtlicher Mitgliedskirchen der ACK Deutschland die formulierten Angriffe auf einzelne Kirchen durch den Entwurf des Wahlprogramms der AfD Sachsen-Anhalt kritisiert. Sie hatten den Versuch, die unterschiedlichen Kirchentraditionen gegeneinander auszuspielen, vehement zurückgewiesen.
Zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt gehören Kirchen aus den katholischen, reformatorischen, apostolischen und orthodoxen Kirchenfamilien. Gemeinsam repräsentieren beide ACKs über 50 Kirchen mit insgesamt mehr als 3,5 Millionen Mitgliedern.
Nach dem Wahlsieg der AFD
Kirchen werden sich weiter mit dem Evangelium zu Wort melden
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt melden sich die leitenden Geistlichen zu Wort. Landesbischof Friedrich Kramer, Evangelische Kirche Mitteldeutschland Bischof Dr. Gerhard Feige, Bistum Magdeburg (katholisch), Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer, Evangelische Landeskirche Anhalts:
Das Wahlergebnis nehmen wir als Kirchen mit großer Sorge zur Kenntnis. Diese Landtagswahl hat die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert. Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland. Das Wahlergebnis zeigt eine große Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. Gleichzeitig stehen so viele Menschen einander selbstlos mit Rat und Tat und Zeit zur Verfügung; helfen, spenden, teilen, hören zu und stärken einander.
Unsere Sorge gilt auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben wird, für innere und äußere Sicherheit. Als Kirchen bringen wir eine lange Geschichte der Resilienz mit, wir haben Diktaturen und Unterdrückung, Kriege und Krisen überstanden und werden auch weiterhin unsere Türen für alle Menschen öffnen, die Schutz und Ruhe, Heilung und Wegweisung in der Gegenwart Gottes suchen.
Landesbischof Friedrich Kramer:
Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen. Gemeinsam mit allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern werden wir uns weiterhin für die Menschenwürde jedes einzelnen Menschen einsetzen, für Nächstenliebe und für ein solidarisches Miteinander. Wir vertrauen auf Gottes Geist, dass er uns helfen möge, Brücken zu bauen und Gräben zu überwinden.
Bischof Dr. Gerhard Feige:
Wir appellieren an die Wahlsieger, die Verfassung unseres Landes wie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.
Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer:
Als Kirchen sind und bleiben wir zu allererst der Botschaft des Evangeliums verpflichtet. In die Gestaltung des Gemeinwesens werden wir uns daher wie bislang pointiert, konstruktiv und verbindend einbringen. Die Gesellschaft darf von uns als Kirchen zu Recht prophetische Klarheit und faktenbasierte Diskurse erwarten. Einer Spaltung der Gesellschaft, der Schwächung demokratischer Institutionen und Einschränkung von Freiheitsrechten treten wir mit unserer Arbeit entschieden entgegen. Das Wohl aller Menschen im Land werden wir in unseren Fürbitten vor Gott bringen.
Hintergrund
In Sachsen-Anhalt leben rund 300.000 evangelische und katholische Christinnen und Christen, davon sind 235.000 evangelisch und 66.000 katholisch
07.
September
2026
Frankfurt am Main, 07. September 2026
Die christlichen Kirchen in Deutschland setzen gemeinsam ein Zeichen der Zuversicht
„Für eine Gesellschaft, die zusammenhält“
Zum Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußern sich die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill, wie folgt:
„Wir nehmen zur Kenntnis, dass die AfD in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand die stärkste Partei wurde. Schlimme Befürchtungen sind wahrgeworden, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren. Die Sorge der Kirchen gilt dabei vor allem dem Zusammenleben und Miteinander der Menschen in Sachsen-Anhalt, sowie insbesondere der Achtung der von Gott gegebenen Menschenwürde, die bedingungslos jedem zusteht. Sie gilt aber auch der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Sachsen-Anhalt. Wir fordern die Wahlsieger auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren.
Als Kirchen sind wir der Botschaft des Evangeliums und dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Aus dieser Verpflichtung heraus werden wir das politische Handeln der künftigen Landesregierung genau beobachten und kritisch begleiten. Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird. Denn immer geht es um Menschen, die unter Druck geraten, bedroht oder ausgegrenzt werden. Wir werden auch weiterhin alles, was unsere Demokratie trägt, unterstützen und zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Dafür bedarf es vor allem auch Orten des Zusammenseins, des Dialogs und der Verständigung. Hier haben die demokratischen Parteien einen Auftrag. Auch die Kirchen können wichtige Begegnungsorte sein.
Ein Wahlergebnis zählt die Stimmen eines Wahlsonntags - im Alltag zählt darüber hinaus, was dieses Land Woche für Woche zusammenhält. Das Wahlergebnis zeigt, wie groß die Unzufriedenheit und der Vertrauensverlust sind. Das ist ernst zu nehmen. Unverändert bleibt aber, wie viele hunderttausende Menschen sich in Sachsen-Anhalt und bundesweit Tag für Tag umeinander kümmern, Verantwortung übernehmen und unser Gemeinwesen tragen. Ihre Zuversicht, ihre Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz wollen wir weiter sichtbar halten und stärken. Zusammen werden wir weiter arbeiten für eine Gesellschaft, die zusammenhält – in Verantwortung vor Gott und den Menschen.“
Diese Pressemeldung wird von den Pressestellen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zeitgleich versandt. Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen.
Zur ACK in Deutschland:
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) wurde am 10. März 1948 von fünf Kirchen gegründet. Im Jahr 2026 gehören ihr einundzwanzig Kirchen unterschiedlicher Traditionen an, weitere vier Kirchen sind Gastmitglieder und fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen, sie richtet den Ökumenischen Tag der Schöpfung aus, und auch die Vergabe des Ökumenepreises der ACK liegt in ihren Händen. Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die Mitgliederversammlung, die zweimal im Jahr zusammenkommt. Seit März 2025 ist der anglikanische Priester aus Wiesbaden, Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der ACK. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, die „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main: www.oekumene-ack.de

Pressemitteilung (Nr. 27/2026)
PRESSEMITTEILUNG, 07. September 2026
07.
September
2026

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, lieber Bruder Dittrich
im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) möchte ich Ihnen und der ACK Sachsen-Anhalts nach dem Ausgang der gestrigen Landtagswahl unsere herzliche Verbundenheit und unbedingte Solidarität ausspre-chen.
Das Wahlergebnis und die angekündigten Schritte der AfD geben Anlass zu großer Sorge. Zugleich gilt es, das Ergebnis als demokratische Entscheidung anzunehmen und nun umso entschiedener für die Würde jedes Menschen, für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einzustehen. Was Sie dort als Kirchen vor Ort leisten ist bewundernswert und strahlt in die gesamtdeutsche Gesellschaft aus.
Besonders in den nun vor uns liegenden, gewiss schwierigen Zeiten sind die Kirchen als Orte des Dialogs, der Begegnung und der Hoffnung besonders gefordert. Die ACK Deutschland wird für Sachsen-Anhalt, die dortigen Kirchen und ganz besonders für Sie beten und wir werden Sie nach Kräften und wo nötig und gewünscht aktiv unterstützen.
Ausgesprochen dankbar bin ich dabei für das gewachsene Miteinander der unterschiedlichen Konfessionen in Sachsen-Anhalt und dass Sie als regionale ACK nicht nachlassen, dieses immer wieder neu zu gestalten und die unterschiedlichen Kirchenvertreter an einen Tisch zu holen. Dieses geschwisterliche Miteinander ist ein kostbares Zeichen und eine wichtige Grundlage für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums. Gerade in solchen Zeiten müssen wir zusammenhalten und -arbeiten.
Mit herzlichen Grüßen, in geschwisterlicher Verbundenheit und mit den besten
Wünschen,
Ihr

Brief des Vorsitzenden der ACK in Deutschland an die
ACK Sachsen-Anhalt
Aus der ACK Deutschland
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Dokumentation: Abendmahl - Eucharistie - Heiliges Opfer
Aktuelles aus der ACK Deutschland
